Von Norbert Weis
Nach sechs Jahren im Pfarrverband Illschwang-Kastl-Ursensollen wird Pfarrer Johannes Arweck, in wenigen Wochen, für ein Jahr, in der Pfarrei „Maria, Mutter der Kirche“ in Amman, der Hauptstadt Jordaniens seelsorgerisch tätig sein. Anschließend übernimmt er in der Diözese Eichstätt eine neue Aufgabe. Michael Polster, derzeit noch in der katholischen Pfarrei Greding tätig, wird im September seine Nachfolge, als Pfarrer, antreten.
Die offizielle Verabschiedung fand in Ursensollen statt. Am Beginn stand eine festliche Messe im Dorf Park. Von der Pfarrkirche St. Vitus zogen Pfarrer Johannes Arweck und Pfarrvikar Rajesh Yeruva, mit rund 40 Ministranten aus dem Pfarrverband und Fahnenabordnungen aus den drei Gemeinden, zur aufgebauten Altarinsel. Zahlreiche Gläubige feierten, bei schönem Wetter, die Messe mit. Für die musikalische Gestaltung sorgte die Gruppe „Mixdur“ aus Kastl.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Atrium, begann der offizielle Teil der Verabschiedung mit mehreren Ansprachen und einem bunten Rahmenprogramm. Pfarrer Johannes Arweck sprach von einer großen Herausforderung, als ihm von der Diözese Eichstätt die Leitung des neugeschaffenen Pfarrverbands übertragen wurde. Es galt aus drei bisher selbstständigen Pfarreien, mit eigener Identität ein größeres Ganzes zu schaffen. Die damalige Corona-Pandemie habe diese Aufgabe nicht leichter gemacht. Größere Treffen, um sich auszutauschen, waren sehr schwierig. Neben den drei Hauptorten galt es auch für sechs kleineres Gottesdienstorte ein gemeinsames Konzept zu finden. In seine Zuständigkeit fielen auch drei Pfarrgemeinderäte, fünf Kirchenverwaltungen und drei Pfarrbüros. Rückblickend sah er den Prozess des Zusammenwachsens als positiv und zeigte sich mit dem Erreichten zufrieden.
In den sechs Jahren erfolgte die Renovierung der Marktkirche in Kastl. Die Sanierung der Filialkirche in Götzendorf ist noch nicht abgeschlossen, bei den Rissen in der Decke von St. Margaretha in Frankenhof sind noch offene Fragen zu klären. Es habe sich gezeigt, so Arweck, dass es sehr schwierig ist, alle beteiligten Behörden unter einem Hut zu bringen. Lobende Worte fand er für alle, die ehrenamtlich tätig sind.
Im Pfarrverband entstand ein gemeinsamer Kirchenchor. Die Einführung von Anbetungszeiten sei gut angenommen worden. Den eifrigen Kirchenbesuchern dankte er für ihre Treue. Vom Pastoralteam habe er gute Unterstützung erfahren. „Mit meinem Weggang aus dem Pfarrverband verlasse ich auch ein Stück Heimat,“ merkte Arweck an. Mit tiefer Dankbarkeit blicke er auf die sechs Jahre zurück. Er äußerte den Wunsch, sich auf den neuen Pfarrer einzulassen und ihm positiv zu begegnen.
Der stellvertretende Dekan Pfarrer Gerhard Ehrl aus Lauterhofen dankte Johannes Arweck für seinen Dienst im Dekanat Habsberg. Es sei eine herausfordernde Aufgabe gewesen, aus drei bisher selbstständigen Pfarreien einen Pfarrverband, dann nur mehr mit einem Pfarrer und einem Pfarrvikar, zu formen. Dies sei ihm gut gelungen. Damit die Kirchenverwaltungen gut aufgestellt sind, habe er sich an das Bischöfliche Ordinariat gewandt. Er habe an ihm, die engagierte Glaubensweitergabe an die Kinder und Jugendlichen im Kindergarten und in der Schule geschätzt. Im Pfarrverband Lauterhofen habe er gerne ausgeholfen, wenn eine Religionslehrerin erkrankt war. Der Blick über den Kirchturm hinaus zur Weltkirche sei ihm stets wichtig gewesen. Gerhard Ehrl lobte den scheidenden Pfarrer: „Du hast mit deinen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr viel geleistet. Das Pastoralteam konnte sich stets auf dich verlassen.“
Für die drei Bürgermeister der Gemeinden des Pfarrverbands sprach Ursensollens Bürgermeister Martin Fleischmann. Er dankte, im Namen seiner Kollegen Stefan Braun und Dieter Dehling, dafür, dass Johannes Arweck das gemeindliche Leben mitgeprägt hat. Mit seinem Wirken habe er viele Menschen positiv berührt. Für sie sei er Seelsorger, Zuhörer, Begleiter und Hoffnungsträger gewesen. Bei Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten und Bestattungen sei sein seelsorgerisches Wirken deutlich geworden. Johannes Arweck habe dazu beigetragen, dass das kirchliche Leben in den drei Gemeinden lebendig geblieben ist. Über Ortsgrenzen hinweg konnte er Menschen verbinden, denen Glaube, Gemeinschaft und Menschlichkeit wichtig ist. Fleischmann schloss mit den Worten: „Vieles, von dem, was sie gesät haben, wird Frucht bringen.“
Für die Pfarrgemeinderäte der drei Pfarren ergriff Lisa Falk aus Illschwang das Wort. Sie sprach die Anfangszeit an, als es für Johannes Arweck, während der Corona-Pandemie, in der Abstand das Gebot der Stunde war, nicht leicht war, einen Pfarrverband zu entwickeln. „Sie haben dies mit Bravour gemeistert,“ merkte Falk an. Der scheidende Pfarrer habe, in allen Lebenslagen, Orientierung gegeben und sich mit großem Engagement eingesetzt. Die Rednerin lobte ihn dafür, dass er kritisch Dinge hinterfragte, die ihm nicht stimmig erschienen. Ihn habe der Mut ausgezeichnet, Punkte anzusprechen, wenn er überzeugt war, dass sie verbessert werden müssen. Sie habe die genaue Arbeitsweise geschätzt, er habe seine Verantwortung ernst genommen. „Auch wenn ihr Weg jetzt in ein für sie noch fremdes Land führt, sind sie jederzeit weiterhin im Pfarrverband herzlich willkommen,“ beendete Lisa Falk ihre Ansprache.
Konrad Spindler aus Ursensollen wandte sich für die fünf Kirchenverwaltungen an Johannes Arweck. Er habe sich, mit großem Einsatz, um die organisatorischen und finanziellen Belange in den drei Pfarreien gekümmert. Engagiert habe er manchen Fachabteilungen in Eichstätt die Stirn geboten, wenn er es für notwendig hielt. Ihm sei es stets darum gegangen, das Beste zu erreichen. Wichtige Aufgaben in Zuständigkeit der Kirchenverwaltung , mehr aus der weltlichen Seite, habe er ernst genommen und auch erledigt. Als Beispiel nannte Spindler die Sicherheitsunterweisung zum Benutzen von Trittleitern. Er sprach von Fußspuren, welche Arweck im Pfarrverband hinterlassen werde.
Das Pastoralteam bedankte sich, mit gereimten Versen, für die Unterstützung, die guten Ratschläge und die effektive Zusammenarbeit. Alle Redner wünschten ihm für die neue Herausforderung in Jordanien Gottes Reichen Segen. Der Blick über den Kirchturm hinaus zeige sich in seinem Entschluss, Christen dort zu begleiten und sie, unter deutlich schwierigeren Bedingungen, in ihrem Glauben zu unterstützen.
Zur offiziellen Verabschiedung im Atrium gehörte ein buntes Rahmenprogramm. Es wurde gestaltet vom Familienchor, der Familie Michel, den Ministranten des Pfarrverbands, dem Pastoralteam, der Bücherei Ursensollen und der Krabbelgruppe Kastl. Den Abschluss bildete eine Vesper in der Pfarrkirche St. Vitus.