von Norbert Weis
Mit einer Gesamterntemenge von 47 Kilogramm lag das Ergebnis beim heurigen Hopfenzupfen in Illschwang weit hinter dem Ertrag der letzten Jahre zurück. Die hohen Temperaturen und die geringe Niederschlagsmenge machten sich negativ bemerkbar.
Rund 70 Hopfenzupfer waren, bei prächtigen äußeren Bedingungen, heuer mit dabei. Der Vorsitzende des Gartenbauvereins Illschwang Helmut Ibler freute sich über die großartige Unterstützung. Nicht nur die Mitglieder, sondern Helfer aus der gesamten Region ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen. Der Gartenbauverein kümmert sich das ganze Jahr um die Pflege des Hopfenfeldes, das im Rahmen der Dorferneuerung in den 90-iger Jahren entstanden ist. Zu den verschiedenen Aufgaben, die das ganze Jahr über anfallen, gehört auch das Hopfenzupfen.
Die letzten Wochen hatte Lorenz Geitner, Mitglied im Vorstand Gartenbauvereins und bester Kenner des Grünen Goldes, genau ´das Lupulin in den Hopfendolden beobachtet. Es ging darum, wann der bestmögliche Reifegrad für die Ernte erreicht ist. Für Freitag gab es, von ihm, grünes Licht für das Hopfenzupfen. Insgesamt 107 Hopfenstöcke der Sorten "Perle" und "Hersbrucker" galt es abzuernten. Während die Hersbrucker Sorte eher für milde Würze sorgt, verleiht die Sorte Perle dem Bier eher einen herben Geschmack. Von der Anzahl der Stöcke ist "Perle" am Illschwanger Hopfenfeld in der Mehrheit.
Lorenz Geitner wusste auch, im Gespräch mit Oberpfalzmedien, von einer Maßnahme zu berichten, welche verhinderte, dass der Ernteertrag heuer nicht noch schlechter ausgefallen ist. Jedes Jahr wird im Mai von den Mitgliedern, ausgepresste Biomasse - sie stammt von einer Biogasanlage in Pilgramshof - bis auf eine Höhe von ca. 10 Zentimeter an den Hopfenstöcken verteilt. Dies habe den Vorteil, dass der Boden nicht so leicht austrocknet und eine gewisse Feuchtigkeit in der Erde vorhanden ist. Auch das Unkraut wird durch diese Maßnahme zurückgehalten. Die 10 Prozent Stickstoff in der gepressten Restbiomasse werden sich auch positiv auswirken. Lorenz Geitner machte zu dieser Thematik zwei weitere interessante Aussagen: "Für den Bräu Arno Diener aus Amberg reicht die diesjährige Erntemenge von 47 Kilogramm gerade aus, um die gewünschte Menge an Illschwanger Hopfenbier zu brauen. Für 500 Liter Wasser in seinem Braukessel benötigt er ungefähr 500 Gramm Hopfen.
Ehe die Zupfer voll loslegen konnten war ein Trupp von Helfern, schon im Vorfeld gefordert. Es galt die Keile zu entfernen, mit denen die Stangen fest verankert sind, diese dann aus der Halterung herauszuziehen, die Hopfenpflanzen von den Stangen zu drehen und die Dolden abzuschneiden. Dann konnte es für die übrigen Helfer losgehen. Die Ernte landete in vorbereiteten Säcken. Nachdem jeder Sack gewogen war, erfolgte der Transport, mit dem Bulldog, zum nahegelegenen Hopfenmuseum. Oben auf dem Boden wurde der Ertrag ausgeschüttet, damit er gut trocknen kann.
Begeistert war Helmut Ibler von den Kindern, mit welcher Freude sie beim Hopfenzupfen dabei waren. Lorenz Geitner erzählte ihnen etwas über das Grüne Gold. Genau beobachtete der Nachwuchs das Wiegen der Säcke. Ein besonderer Höhepunkt war für sie die Fahrt mit dem Bulldog vom Hopfenfeld zum Hopfenmuseum und dort das Ausschütten der gefüllten Säcke. Besonders interessierte Beobachter des Hopfenzupfens war das Ehepaar Rainer und Hilde Schlierf aus Seubersdorf, Landkreis Neumarkt. Vor zwei Jahren hatten die beiden Lorenz Geitner beim Kaffeetrinken in der Pension Anni in Schwend kennengelernt. Mit großer Begeisterung erzählte er ihnen von der Hopfentradition in Illschwang, gab ihnen einen Flyer und wies sie auf den alljährlichen Termin des Hopfenzupfens Anfang September hin. Das Ehepaar Schlierf wurde neugierig. Im vergangenen Jahr klappte es nicht, doch heuer verfolgten sie das Geschehen. Beide zeigten sich überrascht von der großen Zahl an Hopfenzupfern. Rainer Schlierf, der gern verschiedene Biere ausprobiert, achtet dabei auch auf die jeweilige Würze des Getränks. Das Ehepaar fasste den Anschluss, 2027 nicht mehr als Zuschauer, sondern als Zupfer dabei zu sein. Zum Abschluss waren alle Helfer zu Kaffee und Kuchen, sowie einer Brotzeit mit Illschwanger Hopfenbier eingeladen.
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